Koscioly Drewniane – Schrotholzkirchen

Kirche

Ortsangaben

Hindenburg – Hedwigskirche

Die Teilung Oberschlesiens 1922 löste eine Bevölkerungsbewegung aus. Die Grenzregion war darauf nicht vorbereitet. Es fehlte sowohl an Wohnraum, als auch an Kirchen.

Daher entstanden im deutschen Teil Oberschlesiens neue Gotteshäuser. Eines davon war die 1929 aus Mitteln der bischöflichen Kurie in Breslau, der staatlichen Bergbauverwaltung und der oberschlesischen Kokereibetriebe fertiggestellte St. Hedwigs-Kirche in Hindenburg-Zatorze. Initiator des Baus war Josef Bennek (1871-1961), Pfarrer der nahegelegenen St. Franziskus-Kirche.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Juli 1928. In der Krypta ist der Grundstein noch heute zu sehen. Wegen Bergschäden am Baugrund entschied man sich für eine Holzkonstruktion, die die Spannungen besser verträgt. Um der Gefahr des Absinkens zu begegnen, wurde das Gebäude zusätzlich auf einem 57 Tonnen schweren Stahlbetonfundament errichtet. Die Kirche hat die Form eines elliptischen Zentralbaus mit vier Ecktürmen. Diese sind mit orientalisch anmutenden Spitzhelmen gekrönt.

Die Innenausstattung ist zeitgenössisch erhalten. In der Kapelle der heiligen Barbara befindet sich ein aus Kohle gefertigter Altar, gestiftet von den Kumpeln der Hindenburger Gruben Guido und Delbrück. Die flache Decke ist mit Kassetten geschmückt. Die Innenwände sind zum Teil verputzt und mit Wandgemälden verziert. Die Säulen am Chor sind mit Heiligenfiguren versehen.

Die Orgel ist älter als die Kirche: Sie wurde im 19. Jahrhundert in der Werkstatt der Gebrüder Walter in Guhrau hergestellt, im niedeschlesischen Leuthen aufgestellt und später nach Hindenburg gebracht. Die Kirche hat sechs Altäre, darunter der Hauptaltar des Beuthener Bildhauers Franz Schink aus dem Jahre 1930 in Form eines vergoldeten Triptychons aus Holz. Darüber hinaus liegen im Hauptaltar Reliquien der Hl. Hedwig. In die rechteckigen Fenster wurde Buntglas eingesetzt, zum Teil mit geometrischen Mustern, zum Teil mit Heiligendarstellungen. Der Chor an der Westseite steht auf einer kleinen Erhebung. Vor dem Gebäude steht eine Statue der Hl. Hedwig von 1930. Der Schriftsteller Horst Eckert, bekannt unter dem Künstlernamen Janosch, wurde in dieser Kirche 1931 getauft.

Die Kirche gehört zur Architekturroute der Holzbaukunst in der Woiwodschaft Schlesien.

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