Koscioly Drewniane – Schrotholzkirchen

Kirche

Ortsangaben

Gleiwitz – Mariä-Himmelfahrt-Kirche

Diese Schrotholzkirche stand nicht immer in der Gleiwitzer Kozielska-Straße. Sie wurde bereits 1493 im über 200 km entfernten Zembrowitz bei Rosenberg errichtet. Dort baute man vor dem Ersten Weltkrieg eine gemauerte Steinkirche. Das alte Gebäude wurde überflüssig und 1913 geschlossen.

Mehrere Gemeinden äußerten ihr Interesse an einem Kauf. Vorerst konnte man sich jedoch nicht über den Kaufpreis einigen. Erst 1922 bekam das Oberschlesische Museum in Gleiwitz den Zuschlag. 1925 begannen die Abbauarbeiten. Dabei wurde ein Dokument gefunden, dem zu entnehmen ist, dass 1777 der Zimmermannsmeister Wojciech Kokot den Turm anbaute. Ebenso wurde eine Granate zu Tage befördert, die während des Dritten Schlesischen Aufstands 1921 die Seite des Chors in der Nähe des Hauptaltars die Wand durchbohrte, das Chorgeländer und die Orgel durchbrach und dann im Chorbalken stecken blieb. Wiederaufgebaut wurde das Gebäude auf dem Gleiwitzer Zentralfriedhof. Die hohen Abbau- und Transportkosten trug die Regierung. Am 30. Oktober 1925 fand die neue Weihe statt. 1992 trug man das Gotteshaus erneut ab und errichtete es in den Jahren 1997 bis 2000 an dem nunmehr dritten Standort, dem französischen Soldatenfriedhof in Gleiwitz.

Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude in Zembrowitz grundlegend umgebaut. Der Chor hat einen geraden Abschluss. An seiner südöstlichen Seite liegt die Sakristei mit darüber liegender Patronatsloge. Das Kirchenschiff ist höher und breiter, mit einer Vorhalle an der südöstlichen Seite. Über dem Schiff befindet sich ein achtseitiger Dachreiter mit Laterne. Der Innenraum ist im barocken Stil gestaltet. Eine Wandmalerei aus dem 18. Jahrhundert stellt die Krönung Mariens, das Auge Gottes und die Heiligen Petrus und Elisabeth dar. Auf dem Hauptaltar befinden sich Skulpturen der Heiligen Petrus und Paulus. Die klassizistischen Nebenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Weihwasserbecken aus Holz und eins aus Marmor stammen aus dem 18. Jahrhundert. In der Kirche befinden sich zahlreiche Bilder und Barockskulpturen, darunter eine Figur des Stifters als kniender Pfarrer von 1505. Die Orgelempore ist auf vier profilierten Pfeilern gestützt. Sie verfügt über eine Orgel im Rokokostil. Die Kirche gehört zur Architekturroute der Holzbaukunst in der Woiwodschaft Schlesien.

Hinterlasse eine Antwort