Koscioly Drewniane – Schrotholzkirchen

Kirche

Ortsangaben

Bierdzan – Pfarrkirche zur Hl. Hedwig von Schlesien

„Du siehst aus wie der Bierdzaner Tod“ – dieses Sprichwort vermerkte der schlesische Publizist Józef Lompa (1797-1863) in seinem „Neuen Buch der polnischen Sprichwörter“. Es ist unklar, was es damit auf sich hat. Ein Hinweis auf den Ursprung könnte ein Fund in der Bierdzaner Schrotholzkirche sein. Während Renovierungsarbeiten wurden im Innern Wandmalereien mit Darstellungen von Szenen aus dem Alten und Neuen Testament entdeckt. Diese stammen aus dem 18. Jahrhundert. Eine Besonderheit stellt das Bildnis des Todes an der Seitentür dar. Darauf kommt der Tod als Skelett mit einer Lebensuhr in der Hand zu einem Greis.

Bereits 1410 stand in Bierdzan eine dem Hl. Valentin geweihte Schrotholzkirche. 1711 wurde an deren Stelle das heute noch stehende Gotteshaus gebaut. Dieses Datum verkündet ein Stein im Fundament der Kirche. 1930, in den 1950er und 1970er Jahren wurde das Gebäude renoviert. Die geostete Blockbaukirche ist von alten Eichen und einem Friedhof umgeben. Ihr Grundriss ist kreuzförmig, in den Querschiffen sind Altäre.

Der barocke Hauptalter mit verschiedenen Heiligenfiguren stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Oppelner Tischlermeister Kasper Żołądek baute den Altar im nördlichen Teil des Kirchenschiffes. Die Vorlage schuf die Stifterin Anna Justine von Löwenkron aus Turawa, die viel zur Entwicklung des Dorfes Bierdzan beigetragen hat. Der Ort war von 1746 bis 1754 im Besitz der Familie.

Die Decke des Hauptschiffes ist flach und bemalt, die des Chores seitlich abgeschrägt. Über der Sakristei befindet sich eine Patronatsloge. Die Kirche besitzt einen in Ständerbauweise gebauten Turm, der mit einem kleinen Laternenturm an der Spitze abschließt. Wahrscheinlich stammen die Glocken aus dem Vorgängerbau und wurden 1503 und 1521 gegossen.

Die Kirche verfügt über gut erhaltene Wandmalereien, die in den Jahren 1970 bis 1979 entdeckt und erneuert wurden. Deckenkassetten und Säulen erwecken im Zusammenspiel mit malerischen Mitteln den Eindruck, im Innern einer Steinkirche zu sein. Die volkstümlich gemalten Stationen des Kreuzweges stammen aus der Wende zum 19. Jahrhunderts und befinden sich in Rokokorahmen.

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